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DESCRIPTION:**Hintergrund:** \nVertrauen in wissenschaftliche Prozesse und 
 Ergebnisse stellt eine grundlegende Bedingung moderner Gesellschaften dar 
 (Kohring 2010\; Lahusen et al. 2024\; Luhmann 2001). Neue Technologien pr
 ägen medizinische Entscheidungsprozesse und fungieren immer häufiger als
  Entscheidungshilfen (Budnik 2025\; Lahusen et al. 2024). Insbesondere auf
 grund algorithmusbasierter Technologien nehmen wissenschaftliche Komplexit
 ät\, Intransparenz und epistemische Asymmetrien zu (Steinfath et al 2016\
 ; Myskja and Steinsbekk 2020). Unter diesen Bedingungen gewinnt Vertrauen 
 in seiner orientierenden und komplexitätsreduzierenden Funktion an Bedeut
 ung (Budnik 2025\; Hartmann and Offe 2001\; Luhmann 2001\; Schmidt 2021). 
 Vertrauen ermöglicht die Annahme wissenschaftlich-technischer Ergebnisse 
 trotz begrenzter epistemischer Zugänglichkeit und wird damit zu einer wes
 entlichen Voraussetzung von Handlungsfähigkeit und Autonomie (Budnik 2025
 \; Hartmann and Offe 2001\; Kohring 2010).\n \nIm klinischen Alltag zeigt 
 sich diese Dynamik besonders deutlich\, da wissenschaftliche Evidenz in di
 agnostische Entscheidungen überführt wird. An dieser Stelle setzt das in
 ternationale Forschungsprojekt Stracyfic (https://bioinformatics.umg.eu/re
 search/projects/stracyfic/) an\, das ein neues Diagnosetool für Mukoviszi
 dose entwickelt\, um eine algorithmusbasierte Entscheidungshilfe bereitzus
 tellen. Unser ethisches Teilprojekt (https://www.haw-hamburg.de/forschung/
 forschungsprojekte-detail/project/project/show/stracyfic/) untersucht dabe
 i die im Entwicklungs- und Implementierungsprozess entstehenden Vertrauens
 dynamiken.\n\n**Methode:**\nDer Beitrag folgt einem empirisch-ethischen Fo
 rschungsansatz. Grundlage ist eine systematische Literaturrecherche zu kli
 nischen Vertrauensdynamiken bei der Implementierung neuer Technologien\, d
 ie in die Entwicklung der Interviewleitfäden sowie in die qualitative Inh
 altsanalyse einfließt. Die empirische Datenerhebung erfolgt durch halbstr
 ukturierte Interviews (Froschauer and Lueger 2003\; Hopf 2012) mit Patient
 :innen und medizinischem Fachpersonal\, die an der Anwendung des neuen Dia
 gnosetools in Partnerkliniken in Deutschland\, Belgien\, Frankreich und It
 alien beteiligt sind. Die Interviews werden dabei explizit als Form aktive
 r Beteiligung verstanden\, um die Perspektiven\, Erfahrungen und normative
  Einschätzungen der Betroffenen dieser neuen Technologie in den Forschung
 sprozess zu integrieren.\n\n**Ergebnisse:**  \nDie vorläufigen Ergebnisse
  zeigen\, dass Vertrauen und Autonomie zentral im Umgang mit wissenschaftl
 ich generierten Erkenntnissen im klinischen Alltag sind\, die in technolog
 iegestützten Entscheidungsprozessen zur Anwendung kommen. Sie werden durc
 h ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren geprägt. Insbesonder
 e Kommunikation und Informationsflüsse zwischen wissenschaftlich-medizini
 schem Fachpersonal und Patient:innen erweisen sich als zentrale Vermittlun
 gsinstanzen von Vertrauen und Autonomie auf interpersonaler\, technischer 
 und institutioneller Ebene. Interpersonale Interaktionen stärken dabei Ve
 rtrauen in handelnde Akteur:innen und fungieren als emotionale und relatio
 nale Anker. Zugänglichkeit und Verfügbarkeit von Expert:innen werden als
  grundlegende Voraussetzung von Vertrauen beschrieben. Autonomie wird maß
 geblich durch epistemische Kompetenz bzw. Gesundheitskompetenz gestärkt\,
  die partizipative Entscheidungsprozesse ermöglicht und zugleich vertraue
 nsbildend wirkt. Auf institutioneller Ebene werden funktionierende Koordin
 ationsprozesse\, transparente Kommunikation zwischen Akteur:innen sowie wi
 ssenschaftliche Validierungs- und Evidenzstrukturen als zentrale Bedingung
 en von Vertrauen identifiziert. Insgesamt zeigt sich\, dass Vertrauen in w
 issenschaftlich-technische Ergebnisse nicht auf einzelne Technologien oder
  Akteur:innen reduzierbar ist\, sondern aus einem systemischen Zusammenspi
 el aus sozialen Beziehungen\, institutionellen Rahmenbedingungen und wisse
 nschaftlichen Praktiken entsteht. Es manifestiert sich als Systemvertrauen
  in Evidenz\, Validierung und professionelle Standards.\n\n**Schlussfolger
 ung:** \nUnsere Forschung zeigt\, dass partizipative Forschungsansätze un
 ter den durch neue Technologien und damit zunehmenden komplexen Bedingunge
 n wissenschaftlicher Prozesse notwendig sind\, um Vertrauensdynamiken zu s
 tabilisieren und damit Autonomie und Handlungsfähigkeit sicherzustellen. 
 Dieser Partizipationsanspruch realisiert sich im Kontext medizinisch- wiss
 enschaftlicher Strukturen durch transparente und kontinuierliche Informati
 onsvermittlung\, dialogorientierte Kommunikationsstrukturen sowie die akti
 ve Einbindung von Patient:innen in Forschungs- und Entscheidungsprozesse. 
 Ebenso bedeutsam sind stabile Beziehungen zwischen medizinischem Fachperso
 nal und Patient:innen\, die Stärkung der Gesundheitskompetenz sowie verl
 ässliche institutionelle und wissenschaftliche Rahmenbedingungen.
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SUMMARY:Vertrauensdynamiken im Umgang mit wissenschaftlicher Evidenz bei de
 r Implementierung neuer Technologien im klinischen Alltag: Eine empirisch-
 ethische Analyse - Lea Wiedemann
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