BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:-//pretalx//ifkw.rz.tu-bs.de//citizen-science-communication-trust-20
 26//speaker//VGUSXD
BEGIN:VTIMEZONE
TZID:CET
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20001029T040000
RRULE:FREQ=YEARLY;BYDAY=-1SU;BYMONTH=10
TZNAME:CET
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
END:STANDARD
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20000326T030000
RRULE:FREQ=YEARLY;BYDAY=-1SU;BYMONTH=3
TZNAME:CEST
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
END:DAYLIGHT
END:VTIMEZONE
BEGIN:VEVENT
UID:pretalx-citizen-science-communication-trust-2026-P9PD3M@ifkw.rz.tu-bs.d
 e
DTSTART;TZID=CET:20261005T110000
DTEND;TZID=CET:20261005T111500
DESCRIPTION:Citizen Science wird im wissenschafts- und gesellschaftspolitis
 chen Diskurs seit einigen Jahren zunehmend als möglicher Schlüssel zur S
 tärkung des Vertrauens in Wissenschaft diskutiert. Der zentrale Gedanke b
 esteht darin\, dass die Beteiligung an wissenschaftlichen Prozessen Transp
 arenz schafft\, Einblicke in die Logik wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn
 ung ermöglicht und wissenschaftliche Entscheidungen dadurch nachvollziehb
 arer macht. Gleichzeitig mangelt es bislang häufig an empirischen Befunde
 n darüber\, unter welchen Voraussetzungen solche Beteiligungsangebote tat
 sächlich vertrauensfördernd wirken.\n\nDie Daten des Wissenschaftsbarome
 ters 2024\, mit dem Wissenschaft im Dialog seit 2014 bevölkerungsrepräse
 ntativ Einstellungen in der Bevölkerung gegenüber Wissenschaft und Forsc
 hung erhebt\, liefern hierzu wertvolle Einsichten. Sie zeigen eine deutlic
 he Diskrepanz zwischen der generellen Befürwortung von Bürgerbeteiligung
  und der tatsächlichen Bereitschaft\, sich aktiv an wissenschaftlichen Pr
 ozessen zu beteiligen (siehe Abbildung 1). Während rund zwei Drittel der 
 Befragten angeben\, dass Bürgerinnen und Bürger stärker in die Festlegu
 ng wissenschaftlicher Forschungsthemen einbezogen werden sollten\, ist die
  Zahl derjenigen\, die sich vorstellen können\, selbst an Projekten teilz
 unehmen oder an Dialogformaten mitzuwirken\, deutlich geringer.\n\nDie Tei
 lnahmebereitschaft ist zudem in verschiedenen Bevölkerungsgruppen untersc
 hiedlich stark ausgeprägt. Männer geben häufiger als Frauen an\, aktiv 
 an Forschungsprojekten teilnehmen zu wollen\, und auch die formale Bildung
  spielt eine entscheidende Rolle: Vor allem hochgebildete Personen zeigen 
 ein deutlich höheres Interesse an aktiver Beteiligung\, während Befragte
  mit niedriger oder mittlerer formaler Bildung vergleichsweise zurückhalt
 end sind. Dies weist darauf hin\, dass Citizen-Science-Angebote für besti
 mmte Gruppen leichter zugänglich oder attraktiver erscheinen und dass bes
 tehende gesellschaftliche Ungleichheiten auch in partizipativen Formaten r
 eproduziert werden können.\n\nVor dem Hintergrund dieser Befunde wird deu
 tlich\, wie wichtig es ist\, partizipative Formate so zu gestalten\, dass 
 sie für alle Bevölkerungsgruppen anschlussfähig und attraktiv sind – 
 insbesondere\, wenn das Ziel darin besteht\, Vertrauen in Wissenschaft und
  Forschung insgesamt zu stärken. Denn auch hier zeigt das Wissenschaftsba
 rometer deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen
 . Besonders deutlich treten diese abermals zwischen Befragten mit hoher un
 d niedriger formaler Bildung zutage. Daraus ergibt sich die Frage\, inwiew
 eit aktuelle Partizipationsformate potentiell in erster Linie für Bevölk
 erungsgruppen interessant sind\, die ohnehin schon ein hohes Vertrauen in 
 Wissenschaft aufweisen - während Bevölkerungsgruppen mit geringerem Vert
 rauen bei Citizen Science Projekten möglicherweise außen vor bleiben. \n
 \nDie Ergebnisse des Wissenschaftsbarometers liefern damit eine wichtige e
 mpirische Grundlage\, um mögliche Zusammenhänge zwischen Bürgerbeteilig
 ung und Vertrauen zu diskutieren. Sie verdeutlichen\, dass Citizen Science
  über ihre Rolle als Instrument der Wissensproduktion hinaus auch ein str
 ategisches Potenzial für Vertrauensbildung besitzt – vorausgesetzt\, Be
 teiligungsformate werden so konzipiert\, dass sie für alle bzw. diverse B
 evölkerungsgruppen attraktiv und anschlussfähig sind. Für die Gestaltun
 g von Citizen-Science-Projekten bedeutet dies\, partizipative Formate nich
 t nur als Einladung zur Mitwirkung zu verstehen\, sondern als Kommunikatio
 ns- und Vertrauensinstrument\, das gezielt unterschiedliche Bevölkerungsg
 ruppen erreichen und in dem wissenschaftliche Prozesse transparent und nac
 hvollziehbar vermittelt werden können. Werden Citizen Science Formate auf
  diese Weise auf diese Weise eingesetzt und zielgruppengerecht konzipiert\
 , können sie nicht nur Wissen generieren\, sondern auch aktiv dazu beitra
 gen\, Vertrauen in Wissenschaft in der Gesellschaft zu stärken.
DTSTAMP:20260721T203730Z
LOCATION:Room 1
SUMMARY:Preaching to the Choir? Empirische Befunde aus dem Wissenschaftsbar
 ometer zum Zusammenhang von Bürgerbeteiligung und Vertrauen in Wissenscha
 ft - Bastian Kremer
URL:https://ifkw.rz.tu-bs.de/citizen-science-communication-trust-2026/talk/
 P9PD3M/
END:VEVENT
END:VCALENDAR
