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DESCRIPTION:Gemeinsam neues Wissen zu schaffen bedeutet mehr als das Zusamm
 entragen von Daten oder die gemeinsame Auswahl von Methoden. Koproduktion 
 von Wissen setzt gegenseitiges Vertrauen zwischen allen beteiligten Akteur
 :innen voraus. In diesem Beitrag wird untersucht\, wie Vertrauen in Citize
 n-Science-Projekten entsteht\, sich verändert und welche institutionellen
  Strukturen diesen Prozess unterstützen können. Als Fallbeispiel dient d
 as sogenannte 1000 Bäume Projekt\, das vom Exzellenzcluster TERRA der Uni
 versität Tübingen\, dem Landratsamt Reutlingen und lokalen Obst- und Gar
 tenbauvereinen initiiert wurde. Ziel des Projekts ist es\, im Rahmen einer
  groß angelegten Aufforstung die Wirkung von Pflanzenkohle auf die Klimar
 esilienz von Streuobstwiesen zu erforschen. Dies ist das erste im institut
 ionellen Rahmen des Public Engagement Hub der Universität Tübingen begle
 itete Citizen Science Projekt. Der Hub\, bestehend aus Mitgliedern mit Exp
 ertise zu Citizen Science\, Wissenschaftskommunikation und Public Engageme
 nt begleiten das Projekt methodisch und moderativ.\n\nCitizen Science vers
 teht sich als Ansatz\, wissenschaftliche Wissensproduktion zu öffnen und 
 lokales Erfahrungswissen gleichberechtigt einzubeziehen. Dieses Ideal stö
 ßt jedoch im Projektalltag auf komplexe soziale Dynamiken. Während sich 
 Forschende um wissenschaftliche Standards und Datenqualität sorgen\, hint
 erfragen Praxispartner:innen die Relevanz oder Praktikabilität der Forsch
 ung in Bezug auf ihre praktischen Erfahrungen\, Bedarfe oder täglichen He
 rausforderungen. \nDer erste Teil unseres Beitrags beschreibt\, wie die un
 terschiedliche Akteurslogiken im 1000 Bäume Projekts für den Aufbau von 
 Vertrauen produktiv bearbeitet werden. Wir argumentieren\, dass sich Vertr
 auen gerade dort entwickelt\, wo Differenzen sichtbar bleiben und gemeinsa
 m bearbeitet werden. Zudem argumentieren wir\, dass Vertrauen Zeit und Kon
 tinuität braucht: Über dem 1000 Bäume Projekt als Citizen-Science-Proje
 kt steht das Commitment\, dass der dialogische Kontakt zwischen der Univer
 sität Tübingen und den lokalen Wiesenbewirtenden über das Projektende h
 inaus Bestand haben soll. \n\nIm zweiten Teil unseres Beitrags wenden wir 
 den Blick intensiv auf die Universität: Vertrauen muss auch innerhalb der
  Wissenschaft selbst entstehen. Forschende\, die in leistungsorientierten 
 Forschungsstrukturen arbeiten\, begegnen transdisziplinären Projekten hä
 ufig mit Skepsis\, etwa im Hinblick auf die wissenschaftliche Qualität od
 er Publikationsfähigkeit. In unserer Arbeit im Public Engagement sehen wi
 r auch\, dass ein weiterer Vertrauensfaktor Gelingensbedingung für transd
 isziplinäre Forschung ist: das Vertrauen der Wissenschaftler:innen in die
  eigene Fähigkeit zum gesellschaftlichen Dialog. Wenn Forschende kein Ver
 trauen in ihre eigenen kommunikativen Fähigkeiten haben\, entsteht die So
 rge\, einen gesellschaftlichen Dialog nicht angemessen moderieren zu könn
 en und zum Beispiel unvorhersehbare Fragen nicht beantworten zu können od
 er die Dynamik der Diskussion zu verlieren. Citizen Science erfordert also
  nicht nur Vertrauen seitens der Öffentlichkeit in Forschung\, sondern au
 ch das Vertrauen der Forschung in ihre eigene Offenheit gegenüber Gesells
 chaft.\n\nDer Public Engagement Hub der Universität Tübingen unterstütz
 t diesen doppelten Vertrauensprozess institutionell. Er ist ein Bindeglied
  zwischen Wissenschaft und außeruniversitärer Gesellschaft und begleitet
  ko-kreative Prozesse methodisch und moderierend. Das 1000 Bäume Projekt 
 verstehen und begleiten wir im Public Engagement Hub als sogenanntes Ko-Kr
 eations-Team. In diesen Ko-Kreations-Teams arbeiten Vertreter:innen der Fo
 rschung\, des Public Engagement Hubs und zivilgesellschaftlicher Initiativ
 en gemeinsam. Diese Struktur entlastet Forschende von sozialer Moderations
 arbeit und schafft gleichzeitig Räume\, in denen sowohl Wissenschaftler:i
 nnen als auch Praxispartner:innen zu Teilnehmenden werden und sich so bess
 er auf Augenhöhe begegnen können. Zugleich werden Wissenschaftler:innen 
 im Verlauf dieser Kooperation schrittweise in die praktischen und kommunik
 ativen Dimensionen transdisziplinärer Arbeit eingeführt. So entsteht auf
  wissenschaftlicher Seite schrittweise das Vertrauen in die eigene Fähigk
 eit\, Dialog- und Partizipationsprozesse zu gestalten. \n\nVertrauen ist i
 n Citizen-Science-Projekten ist kein statischer Zustand\, sondern ein fort
 laufender sozialer Prozess. Am Beispiel des 1000 Bäume Projekts zeigt sic
 h\, dass Vertrauen weder selbstverständlich gegeben noch alleinige Voraus
 setzung gelingender Kooperation ist. Gegenseitiges Vertrauen aller Beteili
 gten ist vielmehr das Ergebnis gemeinsamer Ko-Kreation. Der institutionell
  begleitete Ko-Kreationsprozess ist dabei nicht nur Vehikel für das Vertr
 auen in (transdisziplinäre) Wissenschaft\, sondern zugleich auch Vehikel 
 für das Vertrauen von Wissenschaftler:innen in die eigene Fähigkeit\, tr
 ansdisziplinär zu forschen.
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LOCATION:Room 1
SUMMARY:Vertrauen als Facilitator: Citizen Science im 1000 Bäume-Projekt z
 wischen Exzellenzcluster und Obst- und Gartenbauvereinen - Gloria Koepke\,
  Oliver Häußler
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