Gemeinsam Wissen schaffen: Citizen Science, Kommunikation und Vertrauen | 5. - 6. Oktober 2026, Berlin
Call for Papers
Symposium des Projekts “Vertrauen in Citizen Science”, gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), in Kooperation mit dem Public Communication of Science and Technology Network (PCST) und der Deutschen Citizen Science-Plattform mit:forschen! Gemeinsam Wissen schaffen.
Partizipation ist ein Ziel von Wissenschaftskommunikation und hat sich aus verschiedenen wissenschaftlichen und wissenschaftskommunikativen Praktiken entwickelt (Metcalfe, 2022), darunter Citizen Science und partizipative Wissenschaftskommunikation. Ein definierendes Merkmal von „Citizen Science-Projekten“ ist die aktive Beteiligung von Menschen, die in der Regel keine institutionelle Anbindung an die Wissenschaft haben (Bonn et al., 2021): Diese „Bürger:innen“ tragen auf verschiedene Weise und mit unterschiedlichen Beteiligungsgraden zur wissenschaftlichen Wissensproduktion bei, von der Datensammlung bis zur Entwicklung von Forschungsfragen für ein Projekt (Strasser et al., 2019).
Einerseits ist Citizen Science von Vorteil, weil sie die Datenerhebung effizienter macht (Bonney et al., 2016). Andererseits wird Citizen Science als Instrument zur Demokratisierung der Wissenschaft und zur Einbeziehung vielfältiger Perspektiven und lokalen Wissens in wissenschaftliche Praktiken befürwortet (Lewenstein, 2022; Wynne, 1991), und soll zur Anwendbarkeit der Wissenschaft auf gesellschaftliche Transformationen beitragen (Hecker, 2022). Folglich wurde die öffentliche Beteiligung an Wissenschaft mit einer Vielzahl von Wirkungen und Versprechen verbunden: Die Beteiligung von Bürger:innen an wissenschaftlichen Praktiken hat das Potenzial, das ihr Verständnis von Wissenschaft zu verbessern und damit ihr Vertrauen in wissenschaftliche Prozesse und Ergebnisse zu erhöhen. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Partizipation an Wissenschaft nicht nur das Vertrauen in Wissenschaft und Forschung bei bereits beteiligten Bürger:innen erhöhen kann, sondern auch bei einer breiteren lokalen Gemeinschaft (Bedessem et al., 2021, 2023; Bonney et al., 2016; Metcalfe, 2022). Die Citizen Science- und Wissenschaftskommunikationsforschung hat jedoch auch mögliche negative Auswirkungen der öffentlichen Beteiligung auf das öffentliche Verständnis von und das Vertrauen in die Wissenschaft thematisiert, beispielsweise wenn die Beiträge der Bürger:innen nicht als fair (Lewenstein, 2022), nützlich, oder freiwillig wahrgenommen werden (Riley & Mason-Wilkes, 2023).
Viele Fragen zum Vertrauen in und innerhalb der Citizen Science(-Kommunikation) bleiben offen. Dieses Symposium lädt zu originären Forschungs- und Praxisbeiträgen ein, die Einblicke in die Rolle des Vertrauens in die Wissenschaft als ermöglichende Bedingung, als Nebeneffekt oder als (bedrohtes) Ergebnis der Beteiligung von Bürger:innen an wissenschaftlichen Projekten bieten. Darüber hinaus laden wir zu Untersuchungen aus verschiedenen Perspektiven ein – aus der Perspektive von Bürger:innen, Wissenschaftler:innen und Ermöglichenden sowie der breiteren Öffentlichkeit. Beiträge können sich auch mit der Rolle der Wissenschaftskommunikation – innerhalb und über Citizen Science-Projekte – bei der Förderung des Vertrauens in die Wissenschaft befassen.
In diesem Symposium suchen wir nach Beiträgen, die auf theoretische, empirische und praktische Erkenntnisse zur Erforschung von Citizen Science zielen. Das Symposium wird vom Museum für Naturkunde Berlin ausgerichtet. Es ist Teil des Projektverbunds „Vertrauen in Citizen Science“, gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), bewilligt an die Technische Universität Braunschweig, die Ludwig-Maximilians-Universität München und das Museum für Naturkunde Berlin.
Zentrale Fragen für das Symposium umfassen:
Forschungsperspektiven:
- Kann Vertrauen in die Wissenschaft durch Partizipation an Wissenschaft und damit verbundener Wissenschaftskommunikation gefördert werden?
- Wie entwickelt sich das gegenseitige Vertrauen von Bürger:innen, Wissenschaftler:innen und Ermöglichenden in Citizen Science-Projekten?
- Wie verändern sich die sozialen Dynamiken (zwischen Projektmitgliedern) in Citizen Science-Projekten im Laufe der Zeit, und wie beeinflussen diese Vertrauen?
- Was sind Merkmale und Wirkungen von Wissenschaftskommunikation über Citizen Science?
- Wie bewerten Bürger:innen, Wissenschaftler:innen, Journalist:innen, Politiker:innen und andere Stakeholder Evidenz aus Citizen Science-Projekten?
Praxisperspektiven:
- Was sind Best Practices bezüglich Kommunikationsstrategien zur Förderung von Vertrauen innerhalb von Citizen Science-Projekten?
- Was sind Best Practices bezüglich der Wissenschaftskommunikation über Citizen Science-Projekte?
- Welche Rolle können wissenschaftliche Institutionen und Organisationen bei der Unterstützung des öffentlichen Vertrauens in Citizen Science spielen?
Einreichungs- und Reviewprozess
Um einen Beitrag zum Symposium einzureichen, nutzen Sie bitte den untenstehenden Link. Die Frist für Einreichungen ist der 17. April 2026.
Eingeladen sind Abstracts von bis zu 5000 Zeichen (inklusive Leerzeichen und Fußnoten, exklusive Literaturverzeichnis, Tabellen und Abbildungen) auf Deutsch oder Englisch.
Hinweis: Das Symposium kann nur eine begrenzte Anzahl von originären Forschungs- oder Praxisvorträgen aufnehmen. Alle Einreichungen werden daher hinsichtlich ihrer Passung zu den oben beschriebenen Zielen und Erwartungen begutachtet. Das Ergebnis dieses Reviewprozesses (d.h. Annahme oder Ablehnung) wird bis zum 18. Mai 2026 kommuniziert.
Call for Presentations
Wir laden Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen ein, Forschungs- und Praxiseinblicke zu Citizen Science(-Kommunikation) und Vertrauen zu präsentieren.
Innovative Formate (Workshops, Rundtischgespräche, Vorführungen, Dialog- und Partizipationssitzungen) können ebenfalls eingereicht werden.
Format
Das Symposium ist thematisch und regional ausgerichtet, entsprechend den PCST-Symposien, aber Beiträge aus der ganzen Welt sind willkommen.
Das Symposium betont Interaktivität. Präsentationsformate umfassen Keynotes, Papier-Sessions, Roundtables und Diskussionen über Praktiken und Erfahrungen aus Forschungs- und Praxisperspektive.
Ein Rahmenprogramm wird angeboten.
Gebühren
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Die Teilnehmenden sind für ihre eigenen Reise-, Unterkunfts- und lokalen Transportkosten verantwortlich.
Veranstaltungsort
Das Symposium findet im Museum für Naturkunde Berlin statt – direkt im Zentrum Berlins, in der Nähe des Hauptbahnhofs und wichtiger Sehenswürdigkeiten.
Kontakt
Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns bitte unter
ifkw-tics@tu-braunschweig.de
Organisationskomitee
- Marlene Altenmüller, Leibniz Institute for Psychology
- Katharina Dürmeier, LMU Munich
- Anne Forstmann, TU Braunschweig
- Ana Godinho, European Spallation Source (ESS), PCST
- Mario Gollwitzer, LMU Munich
- Lars Guenther, LMU Munich, PCST
- Susanne Hecker, MfN Berlin
- Friederike Hendriks, TU Braunschweig
- Fabien Medvecky, The Australian National University, President of the PCST
- Jakob Meyer, MfN Berlin
- Joshua Schlichting, TU Braunschweig
- Monika Taddicken, TU Braunschweig
Für weitere Informationen besuchen Sie gerne unsere Homepage.
Einreichungen sind bis 17.04.2026 23:59 (Europe/Berlin) möglich – noch 2 Monate, 1 Woche.