Gemeinsam Wissen schaffen: Citizen Science, Kommunikation und Vertrauen | 5. - 6. Oktober 2026, Berlin

Chantal Winandy


Beitrag

05.10
15:30
80min
Citizen Social Science mit der Zivilgesellschaft im ländlichen Raum – Chancen und Herausforderungen
Dr. Andrea Prytula, Chantal Winandy, Laura van Altena

Der ländliche Raum ist in besonderem Maße von strukturellen und politischen Umbrüchen sowie einem demografischen Wandel hin zu einer alternden Gesellschaft betroffen. Dies stellt auch Citizen Social Science Projekte in der Umsetzung von Co-Forschung und dem Aufbau von tragfähigen vertrauensvollen Kooperationsstrukturen zwischen auch räumlich weiter entfernten Partnerinnen aus Wissenschaft und Praxis vor Herausforderungen.
Das ursprünglich als Citizen Social Science konzipierte Projekt „KLUB - Klima und Umwelt sozialwissenschaftlich beforschen“ widmet sich der Stärkung und Förderung von ehrenamtlichem und hauptamtlichem Engagement für Klima und Nachhaltigkeit in der Projektregion Prignitz. Im Rahmen des Verbundprojekts InNoWest wurde seit 2023 eine Kooperation zwischen der Fachhochschule Potsdam und zivilgesellschaftlich Engagierten im Bereich Klima und Nachhaltigkeit in der Prignitz aufgebaut. Daraus ist das Netzwerk „Klima und Nachhaltigkeit“ entstanden, das bei der Durchführung von Aktivitäten und der Weiterentwicklung des Netzwerks vom Projektteam begleitet und unterstützt wird. Die Mitglieder des Netzwerks weisen eine hohe Heterogenität hinsichtlich Engagementform, Verbindung zur Region und Schwerpunkt der jeweiligen Interessen und Einzelprojekte auf und sind an unterschiedlichen Orten der Region aktiv. Vor diesem Hintergrund bietet das Projekt wertvolle Einblicke in gelingende Strategien, aber auch Herausforderungen im Aufbau von Vertrauen zwischen Partner
innen aus Wissenschaft und Praxis, die jeweils sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen beispielsweise bzgl. Ausstattung mit Ressourcen und Raumtyp. Aufweisen.
In unserem Beitrag zum Symposium setzen wir uns in einem interaktiven Format mit der Frage auseinandersetzen, wie Ko-Produktion von Wissen zwischen Hochschulen und Zivilgesellschaft im ländlichen Raum gelingen kann und welche Lösungsansätze für Herausforderungen in der Umsetzung eines Citizen Social Science-Projekts entwickelt werden können.
Zunächst stellen wir in einem 10-minütigen Input das Projekt KLUB sowie die Entwicklung der Kooperation zwischen Zivilgesellschaft im ländlichen Raum in Ostdeutschland und der urban angesiedelten Fachhochschule vor. Dabei stellen wir Faktoren, die eine Umsetzung von Co-Forschung sowie den hierfür zentralen Vertrauensaufbau beförderten bzw. erschwert haben, vor und wie das angedachte Vorhaben an die vorgefundenen Bedingungen angepasst wurde.
Anschließend bietet sich in einem World-Café-Format die Möglichkeit zu einem Erfahrungsaustausch über durchgeführte Citizen Social Sciences Projekte im ländlichen Raum und / oder Projekten, die von Partnerinnen mit sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen durchgeführt werden. Dabei konzentrieren wir uns auf folgende Fragestellungen:
- Wie kann Co-Forschung bei sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und hohen räumlichen Distanzen von Wissenschaft und Zivilgesellschaft gelingen?
- Welche Rahmenbedingungen befördern eine vertrauensvolle Zusammenarbeit? Welche wirken sich hinderlich aus? Wie kann mit herausfordernden Voraussetzungen umgegangen werden?
- Welche Kommunikationsstrategien und Formate der Zusammenarbeit wirken sich günstig auf eine Vertrauensbildung aus?
- Wie kann Vertrauen in Netzwerken mit losen Organisationsstrukturen und räumlichen Distanzen zwischen den Netzwerkpartner
innen entstehen? In welcher Rolle kann Wissenschaft einen nachhaltigen Vertrauensaufbau wirksam unterstützen?
Das World Café wird in zwei Runden à 15 Minuten an 4 Tischen durchgeführt. Anschließend werden die wichtigsten Ergebnisse in einem Rundgang vorgestellt und anschließend diskutiert (20 Minuten).

Innovatives Format (Workshop, Roundtable, Demonstration, Dialog- or Teilhabe-Format)
Room 2