Building Knowledge Together: Citizen Science, Communication, and Trust | 5 - 6 October 2026, Berlin

Citizen Science als Vertrauensraum: Erkenntnisse aus der Evaluierung von Sparkling Science 2.0
2026-10-05 , Room 1
Language: Deutsch

Citizen-Science-Förderung und besonders die enge Verknüpfung von Forschung und Bildung nehmen in Österreich seit vielen Jahren eine besondere Rolle ein. Im Auftrag des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung fördert der OeAD mit den Sparkling-Science-Programmen Projekte, in denen wissenschaftliche Einrichtungen mit Schulen und mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft zusammenarbeiten, um gemeinsam neue Forschungsergebnisse zu gewinnen. Die Themen der geförderten Sparkling-Science-Projekte sind vielfältig, mit Schwerpunkten in Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften sowie in der Lehr-Lernforschung. Besonders stark vertreten sind Projekte mit gesellschaftsrelevanten Fragestellungen, etwa Klimawandel, kulturelles Erbe oder neue Lernformen. Viele Projekte arbeiten dabei interdisziplinär oder erschließen Forschungsfelder, die in anderen Programmen nur eingeschränkt förderbar sind.

Bereits im ersten Förderprogramm „Sparkling Science“ wirkten von 2007 bis 2019 mehr als 107.000 Personen aus 200 Forschungseinrichtungen, 535 Schulen und 185 Partnerorganisationen aus Wirtschaft und Gesellschaft in insgesamt 299 Forschungsprojekten an aktuellen wissenschaftlichen Fragestellungen mit. Mit „Sparkling Science 2.0“ wurde 2021 ein Nachfolgeprogramm etabliert, das die strukturelle Verankerung partizipativer Forschung im österreichischen Wissenschaftssystem weiter vorantreibt. Zugleich sollen die Projekte der neuen Schiene noch mehr Menschen einen positiven Zugang zu Forschung eröffnen, indem neben Schülerinnen und Schülern vermehrt auch weitere Citizen Scientists eingebunden werden. Die insgesamt 61 Projekte, die mit 21 Mio. Euro gefördert wurden, erreichen eine beachtliche thematische und institutionelle Breite. Insgesamt werden voraussichtlich mehr als 110.000 Personen eingebunden, darunter über 80.000 Schülerinnen und Schüler sowie rund 38.000 weitere Citizen Scientists.

Der Beitrag stellt die Ergebnisse der im Herbst 2025 veröffentlichten Evaluierung von „Sparkling Science 2.0“ in den Mittelpunkt und legt einen Fokus auf das Thema Vertrauen. Die Evaluation zeigt, dass die aktive Beteiligung von insbesondere jungen Menschen und Schulen Forschung zugänglicher macht und die Wahrnehmung wissenschaftlicher Arbeit stärken kann. Sie liefert damit wichtige Hinweise darauf, unter welchen Bedingungen Partizipation vertrauensfördernd wirkt.
Gleichzeitig wird deutlich, dass Vertrauen kein automatischer Effekt partizipativer Formate ist. Entscheidend sind vielmehr transparente Kommunikation, klare Rollen, gegenseitige Anerkennung und eine sorgfältige Einbettung der Projekte in schulische und wissenschaftliche Strukturen. Wo Erwartungen an Mitgestaltung nicht eingelöst werden oder die Beiträge der Teilnehmenden zu wenig sichtbar bleiben, kann die vertrauensbildende Wirkung von Partizipation abgeschwächt werden.

Der Beitrag diskutiert diese Befunde im Hinblick auf die Frage, wie Forschungsförderung wirkt und wie diese evidenzbasierten Erkenntnisse auf die Gestaltung von Citizen-Science-Initiativen übertragen werden können. Damit adressiert er sowohl die Forschungs- als auch die Praxisperspektiven des Symposiums.

OeAD – Agentur für Bildung und Internationalisierung